Winterblues – was dahintersteckt und was wirklich hilft
Der Winter bringt Ruhe, Rückzug und Gemütlichkeit – aber für viele Menschen auch ein Tief, das sich spürbar auf Stimmung, Energie und Motivation auswirkt. Dieses wintertypische Stimmungstief wird als Winterblues bezeichnet. Es ist keine Erkrankung, sondern eine natürliche Reaktion auf weniger Licht, kältere Temperaturen und veränderte Tagesrhythmen.
Damit du besser verstehst, was im Körper passiert und wie du aktiv gegensteuern kannst, findest du hier die wichtigsten Hintergründe und wirksame Strategien.
Was beim Winterblues im Körper passiert
1. Weniger Tageslicht = weniger Serotonin
Serotonin ist unser „Wohlfühl- und Stabilitätsbot“. Licht steigert seine Produktion.
Kurze Tage bedeuten: weniger Serotonin → niedrigere Stimmung, weniger Antrieb.
2. Mehr Melatonin → mehr Müdigkeit
Dunkelheit erhöht den Melatoninspiegel.
Ergebnis: wir fühlen uns schläfriger, schwerer in Gang zu bringen.
3. Vitamin-D-Senkung
Im Winter produziert die Haut kaum Vitamin D. Das beeinflusst:
Stimmung
Energie
Immunsystem
Hormonhaushalt
4. Veränderungen im Nervensystem
Kälte und Dunkelheit aktivieren eher den Rückzugmodus des Nervensystems.
Wir werden reizbarer, sensibler, weniger motiviert.
Psychologische Faktoren
Neben der Biologie spielen auch innere und soziale Aspekte eine Rolle:
weniger soziale Kontakte
Rückzug
erhöhtes Grübeln
weniger Bewegung
Gefühl von Routine und „Eintönigkeit“
Der Winterblues entsteht also aus einem Zusammenspiel von Körper, Psyche und Umwelt.
Typische Symptome
niedrigere Stimmung
weniger Motivation
Müdigkeit, schwerer Start in den Tag
Heißhunger (besonders auf Süßes & Kohlenhydrate)
Rückzug, weniger Kontaktbedürfnis
Konzentrationsprobleme
innerer Widerstand & geringe Antriebskraft
Strategien, die wirklich helfen
1. Licht nutzen – bewusst & gezielt
morgens 10 Minuten ans Tageslicht, auch wenn es bewölkt ist
Räume hell halten
ggf. Lichttherapie (morgens 20–30 Minuten)
2. Bewegung – besonders draußen
Bewegung erhöht Serotonin, Dopamin und Endorphine.
Kurze Spaziergänge reichen völlig.3. Yoga – Wärme & Stabilität von innen
Yoga wirkt doppelt:
körperlich: Wärme, Durchblutung, Aktivierung
psychisch: Fokus, Beruhigung, Struktur
Besonders unterstützend: Sonnengruß, Herzöffner, Twists.
4. Meditation – Reset für das Nervensystem
5–10 Minuten täglich reichen, um den Winterblues spürbar zu reduzieren.
Atemfokus oder Body-Scan eignen sich besonders gut.5. Routinen schaffen
Der Winterblues braucht Struktur:
feste Aufstehzeiten
Morgenlicht
Bewegungseinheit
nährendes Essen
Abendritual
6. Soziale Wärme statt Rückzug
Auch kleine Begegnungen wirken ausgleichend:
kurzes Gespräch, gemeinsamer Kaffee, Austausch.7. Mini-Auszeit – Licht & Natur tanken
Ein kurzzeitiger Wechsel der Umgebung tut oft Wunder.
Sonne, Meer und Ruhe wirken nachweislich stimmungsaufhellend.